Barrierefreies E-Learning: So gelingt Weiterbildung für alle

E-Learning bietet die ideale Möglichkeit, Ihr Team orts- und zeitunabhängig fortzubilden. Fakt ist jedoch auch, dass nicht immer alle Mitarbeitenden die gleichen Voraussetzungen haben. Deshalb wird barrierefreies E-Learning für Unternehmen immer wichtiger. Wir zeigen Ihnen im nachfolgenden Beitrag wichtige Aspekte, die Sie für ein barrierefreies E-Learning beachten sollten.

Was ist E-Learning überhaupt?

E-Learning meint im Grunde genommen elektronisches Lernen mit digitalen Hilfsmitteln. Die Vielfalt und Bandbreite der E-Learning-Methoden ist fast unermesslich – sogar diese Arbeit mit einem PDF kann bereits als E-Learning verstanden werden. Aber auch Online-Workshops, Lernmanagementsysteme (LMS) und Seminare sind etablierte Methoden es digitalen Lernens. Grundsätzlich kann man die Arten von E-Learning folgendermaßen unterscheiden:
  • Synchrones E-Learning (z. B. in Form von Online-Schulungen, in der Lehrende und Lernende direkt und live miteinander kommunizieren)
  • Asynchrones E-Learning (z. B. in Form von vorgefertigten Kursen, die die Teilnehmenden eigenständig durchlaufen)
  • Online-Lernen (meint das Lernen im digitalen Raum, also beispielsweise im Web oder über ein internetbasiertes Konferenz-Tool)
  • Blended Learning (meint eine Mischung aus dem Lernen in Präsenz und Online-Lernen)
  • Hybrides Lernen (meint Lehrveranstaltungen, die gleichzeitig über mehrere Zugangsformen verfügen)

Was ist barrierefreies E-Learning?

Gerade in Zeiten von Corona ist E-Learning für Unternehmen immer wichtiger geworden. Denn durch das Angebot von Online-Kursen konnte man so trotz Isolation sicherstellen, dass Mitarbeitende fortgebildet wurden. Menschen mit Behinderungen können jedoch nicht ohne Weiteres am E-Learning teilnehmen, wenn dieses nicht immer auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

Ein gängiges Problem vieler nicht-barrierefreier E-Learningkurse ist das unangepasste Design. Menschen, die bspw. eine Sehstörung oder eine Rot-Grün-Schwache haben, können entsprechend gefärbte Buttons nicht erkennen und somit Fragen nicht richtig beantworten. Ebenso ist ein E-Learning nicht für jeden zugänglich, wenn Hörprobleme nicht berücksichtigt werden.

Dabei ist die Lösung solcher Probleme meist recht einfach und macht den Lerninhalt für alle Menschen zugänglich: Durch den Einsatz von Untertiteln, Audios, einfacher Sprache, verschiedenen Schriftgrößen und eine angepasste Farbauswahl können ein Großteil aller Diskrepanzen bereits aus dem Weg geräumt werden.

Barrierefreies E-Learning? So geht‘s!

Sie wollen Ihre E-Learning-Angebote barrierefrei? Dann kann die Beratung mit einem Experten hierbei der erste Schritt in die richtige Richtung sein. Zusammen mit einem kompetenten Partner analysieren Sie zunächst, welche Art von barrierefreiem E-Learning in Ihrem Unternehmen überhaupt von Bedeutung ist. Dafür sollten Sie Ihre Zielgruppe und deren Handicaps kennen und verstehen, um dann eine individuelle Lösung umzusetzen.

 

Was kann ich für Teilnehmende mit Hörschädigung tun?“

Wenn Ihre Kurse aus mehreren Videos und Audioinhalten bestehen, sollten Sie bei der Gestaltung an  Untertitel und Skripte denken, damit Menschen mit Hörschädigung die Inhalte nicht verpassen, sondern visuell aufnehmen können. Insbesondere für taube Teilnehmenden kommen auch Videoaufnahmen mit einem Übersetzer für Gebärdensprache infrage.

Was kann ich für Teilnehmende mit Sehschwäche tun?“

Menschen mit Sehschwächen haben häufig Probleme, Bilder, Texte und grafische Navigationselemente richtig zu erkennen und mit ihnen zu arbeiten. Nichtsdestotrotz sind diese Elemente häufig ein wichtiger Bestandteil des jeweiligen Kurses. Hier hat sich die Integration von Screenreader-Elementen als nützlich erwiesen (wie bspw. Alt-Texte für Bilder). Aber auch die bewusste Anpassung verschiedener Kontraste und Schriftgrößen kann sehschwachen Personen beim E-Learning helfen.

Was kann ich für Teilnehmende mit einer körperlichen Behinderung tun?“

Körperliche Behinderungen hindern Betroffene nicht selten an der optimalen Verwendung von PC-Mäusen und Tastaturen. Drag-and-Drop-Aufgaben sind somit sowohl für Menschen mit einer Sehschwäche als auch für Personen mit einer körperlichen Behinderung nicht problemlos umsetzbar. Eine Alternative könnten in diesem Fall optische Elemente sein, die die Arbeit mit Maus und Tastatur ersetzen oder vereinfachen.

„Was kann ich für Teilnehmende mit einer geistigen Behinderung tun?“

Teilnehmenden mit geistiger Behinderung profitieren von einer leichten Sprache. Die „leichte Sprache“ ist ein anerkannter linguistischer Begriff. Viele Didaktiker und Texter haben sich auf die barrierefreie Sprache spezialisiert und können Ihnen bei der Erstellung Ihrer E-Learning-Angebote helfen. Verkürzte oder vereinfachte Version des E-Learning-Inhaltes sind häufig sehr effektiv und ermöglichen problemlos die Absolvierung des E-Learningkurses.

Fazit: Die Herausforderung des barrierefreien Lernens

Barrierefreies E-Learning ist in Deutschland ein wichtiges Thema und gewinnt insbesondere im Zuge der Pandemie an Bedeutung. Leider wird barrierefreies, digitales Lernen noch immer nicht überall umgesetzt. Für Sie als Arbeitgeber ist dies die Chance, eine Veränderung anzustoßen und sich mit Ihrem barrierefreien E-Learning von anderen abzuheben. Da die spätere barrierefreie Anpassung von fertigen Kursen sehr zeitaufwendig und häufig wenig erfolgsversprechen ist, ist es empfehlenswert, von Anfang an die Barrierefreiheit mit einzubeziehen. So entstehen attraktive und zugängliche Kursinhalte, die sich für all Teilnehmenden eignen.